Snowboarders LET Stuben SHINE …

Mit “ 2 days of peace, music and snow „ ließ das Woodstock of Snowboarding  den traditionellen Ort Stuben am Arlberg erstrahlen.

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Aus der ganzen Welt, bis aus Hawaii, extra für diesen Ausnahmeevent angereist, feierten die fast 400 Teilnehmer ausgelassen bei Sonne, Schnee und frühlingshaften Temperaturen.


Einmal mehr ist es dem Veranstalter, Paul Gruber, gelungen, mit den 18. Longboardclassic eine Snowboardkultur zu zelebrieren, die ein anspruchsvolles Rennen vom Albonagrat , die bloße Freude am Snowboarden, Snowboardgeschichte, Musik und die Freundschaft aller Snowboardbegeisterten vereint.

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Es sind Momente der Gänsehaut, wenn Bernie Duenas, ein Rider mit nur einem Arm, oder auch die über 20 Kinder, im Alter von 5 bis 15 Jahren, alljährlich allein für Ihre Teilnahme am Rennen und zwar jeder persönlich geehrt werden, egal ob sie die schnellste oder eine langsamere Strecke vom Start nach Stuben gewählt haben.
„Das war toll“, resümiert der 6- jährige Yoann, der 12- Jährige Luiz sagt mit Nachdruck: „Hier bin ich ab jetzt immer dabei!“


Handshakes mit der sympathischen amerikanischen Snowboardlegende und ehemaligem Burton Pro Jeff Brushie sind für die Kids dabei nur eine zusätzliche Motivation das Snowboarden zu lieben.


Die Kids sind ein wichtiger Bestandteil dieser großen Snowboardfamillie, so fühlt sich auch Skatepionier Titus Dittmann hier sichtlich wohl, als er unter zustimmendem Jubel bei der Präsentation seiner Stiftung SkateAid verspricht, alles daran zu setzen, daß Kinderärzte zukünftig bei ADHS Kindern lieber Snowboard-oder Skatekurse statt Psychopharmaka verschreiben sollen.


Viel Dank erfährt Rudi Pichler, Tourismusdirektor in Stuben, zu seiner baldigen Verabschiedung in den Ruhestand. Ist er es doch, der die Longboardclassic von Anfang an unterstützt und schon früh, durch die Freundschaft zu Paul Gruber, erkannt hat, dass die Snowboarder gar nicht so schlimm, sondern auch gut für den Ort Stuben sind :

“ Ein bißchen verrückt seid’s Ihr schon, aber das ist gut so!“


Nach einem ereignisreichen Eventtag und spannenden Rennen in den Kategorien Oldschool, Noschool und LBC Masters verabschiedet sich die Sonne langsam von den Bergen mit Rock’n’Roll der vor dem legendären Pogo Truck spielenden Band „Max Pain and the Groovies“ aus Salt Lake City, bevor die Partynacht des LBC #18 den malerischen Ort Stuben noch etwas länger erstrahlen wird.

Ein fester Termin für nächstes Jahr ist spätestens jetzt für alle Snowboarder ganz sicher,

der 7. April 2018,

zur 19. Ausgabe der legendären Longboardclassic mit dem amerikanischen Ehrengast, Snowboarding Godfather,….. Chuck Barfoot, der den 40. Geburtstag seiner Firma „Barfoot Snowboards“ in Stuben feiern wird.

Um es mit den Worten von Paul Gruber zu sagen: „…bis gleich in Stuben…“!!!!

infos &resultate   www.longboardclassic.com

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photo &text copyright 2017 www.schneestar.com

…live…laugh…surf snow…. & ……Rock’n’Roll in Stuben

„Let the slopes shine…“,
was Muck Müller  allen Ridern am Start vor zwei Jahren mitgibt, kann nur ein immer wiederkehrendes Motto des „Woodstock auf Snowboarding“ in Stuben sein. Bereits zum 18 ten Mal jährt sich das legendäre Longboardclassic, das LBC  von Veranstalter Peter Gruber, heuer.
Was damals durch den dichten Nebel schallte, scheint dieses Jahr auch Zielsetzung der Sonne zu sein. Das Wetter entwickelt sich, allen Vorhersagen zum Trotz, in die richtige Richtung.
Immerhin 6 Stunden Sonnenschein sind für Samstag angesagt.
Zeit, sich auf ein Snow Beach Wochenende mit alten/ neuen Freunden zu freuen,
Longboards, Oldschoolboards, neonfarbende  Kleider zusammen zu packen
und in den kleinen, traditionellen Ort Stuben an den Arlberg zu pilgern.
„….let the slopes shine,
let Stuben shine….!“

alle Fotos copyright Schneestar.com

HAPPY BANKED

Snowboarden, Sonne , Bier und Musik am Nebelhorn

Es hätte relaxter nicht sein können, mit einem Traumpanorama setzt die Oberallgäuer Bergkulisse sich selbst in Szene, feine Beats aus der Anlage unterstreichen das Snow Beach Feeling in der warmen Frühlingssonne und den Tag bestimmt das Wiedersehen vieler bekannter Gesichter aus der über 30-jährigen Oberstdorfer Snowboardcommunity.


Der Snowboard Club Direttissima lud am vergangenen Wochenende zum 1. Banked Slalom ans Nebelhorn.
Vom 10- bis zum weit über 50-Jährigen präsentierten sich die Rider wie auch das Publikum als eine große Snowboard Familie, die gemeinsam ihre Leidenschaft zelebriert.
Weit weg vom „Höher,Schneller,Weiter“der „modernen Snowboard Veranstaltungen“, gilt der Banked Slalom als die eigentliche Urform des Snowboard Wettkampfes.
In der Anfangszeit waren die Boards noch nicht mit Stahlkanten ausgestattet. So war es nur möglich, eine Kurve zu fahren, wenn man sich von einer Steilkurve (engl. bank) um die Kurve „tragen“ ließ. Beim Banked reihen sich diese Steilwandkurven aneinander, wobei die Geschwindigkeit eher gemäßigt sein soll.
1985 wurde der Banked Slalom am Mount Baker in den USA von einem der „Godfather of Snowboarding“, Mister Tom Sims, erfunden. Was damals nur einige Gleichgesinnte zusammenbringen sollte, ist heute, 32 Jahre später, beim LBS, Legendary Banked Slalom /Mt.Baker, die abgefahrenste Snowboardveranstaltung weltweit.
Dabei fahren absolute Profis gegen Amateure, etwas, was in keiner anderen Sportart möglich ist, passiert hier.
Wer es schafft, sich einen der begehrten Startplätze zu sichern, tritt unter Umständen gegen Travis Rice, Terje Haakonsen oder Marie-France Roy an und feiert abends mit ihnen und den vielen anderen. Es geht einfach um den Geist, den Lebenstil Snowboarden, ohne dass der einzelne sich selbst zu wichtig nimmt.
Der Banked Slalom hat auch eine lange Geschichte in den hiesigen Alpen. Jahrelang wurde diese Art des Snowboard Events, die ebenso legendären Banked Masters am Ifen im Kleinwalsertal gefeiert. Der Einladung des Dettinger Veranstalters Rudi Wurster folgten jährlich bis zu 250 Rider, unter Ihnen die jeweils gesamte aktuelle europäische Schneebrett Prominenz, Profis wie auch blutige Amateure, Locals oder auch extra angereiste Snowboard Enthusiasten, bis diese außergewöhnliche Veranstaltung 2007, mangels Sponsorengeldern, eingestellt wurde.
Seit einigen Jahren gibt es im europäischen Alpenraum jedoch immer mehr Veranstaltungen, die sich auf diese klassische snowboardtypische Form des Wettkampfes und der damit verbundenen Party besinnen. So finden sowohl in Laax, im Montafon, als auch am Hochkönig  und an immer neuen Orten Banked Slalom-Wettkämpfe mit jährlich wachsendem Zulauf statt.
Die World Snowboard Federation beschreibt den Banked als Contest mit Wurzeln im Snowboarden, Surfen und Skaten.
Die Zielsetzung –„to have fun“– wird an erster Stelle genannt, gefolgt von „low risk level“ , „compete friendly“, „playful“ und der Möglichkeit den Contest mit Top Level Snowboardern gemeinsam zu bestreiten.

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All dies haben sich die Oberstdorfer Veranstalter zu Herzen genommen.
Der frisch geshapte Kurs unterhalb des Zeigersattels zeigte sich dann auch machbar anspruchsvoll. Die Kinder durften weiter unten starten, damit auch die noch etwas unsicheren und ohne jegliche Rennerfahrung mitfahren konnten.

Im Training und auch im ersten Lauf gab es für die zahlreichen Zuschauer nicht nur einige spektakuläre Stürze, vor allem aber auch viele spannende saubere Runs zu sehen.

Wer gerade nicht selber auf dem Brett stand, schaute den anderen zu, spielte eine Runde Discgolf oder stärkte sich auf der Terrasse des Edmund-Probst Hauses mit einem hervorragendem Hüttenburger.


Fast zweitrangig waren am Ende die Platzierungen, ging es doch bei diesem Event um viel mehr:
Snowboarden Spaß und
….just a good time!

 

fotos- Schneestar.com/luiz wittstock

 

 

 

Journalismus und die Rolle des Frosches in der Viktorianischen Zeit

„Du willst Journalistin sein und Dich interessiert nicht die Rolle des Frosches in der Viktorianischen Zeit?“

Schallend lache ich meinen Gegenüber aus, auch, weil ich mir das Ganze gerade bildlich vorstelle.
Absurd oder eben gerade nicht ?
Der Qualitätsjournalismus, der einerseits unter dem Scheffel hochkarätiger Beratungsunternehmen mit furchteinflössenden Namen zu drastischen Einsparungen getrieben, zum anderen unter ständigem Rechtfertigungs-und Erklärungszwang bezüglich seiner vom Volk erhobenen Gebühren leidet und noch dazu von politischer Seite durch gezielten scheinbar willkürlichem Wechsel von Verantwortlichen in einer Vielfaltsarmut verstärkten Wolke zwischen den klickgeilen Cooperate geprägten Halbwahrheitsjournalismus der Privaten vor sich hin wabbert, ist in Gefahr. Nachrichten werden vorgesetzt, nicht mehr ausgewählt. Apple,irgendwelche sinnfreien oder doch eher zweckgebundenen Algorithmen entscheiden schon über die Auswahl der präsentierten Nachrichten. Zielsetzung:Gewinnmaximierung.
Nicht der Journalist entscheidet über Wichtigkeit , Relevanz , es ist der Mob/der Industrie wahrheitsunabhängiger Wahn der Expansion zielgerichteter Werbung. Um welchen Preis?
Und was hat das mit dem Frosch zu tun?
Auch die viktorianischen Zeiten waren unruhig ,von Umbruch geprägt. Die Industrialisierung auf dem Vormarsch,die Bevölkerung gierig nach außergewöhnlichen Nachrichten. Zu dieser Zeit fand man beim voranschreitenden Bergbau immer wieder scheinbar über Jahrhunderte in Stein eingeschlossene Frösche/Unken,die bei ihrer Ausgrabung lebten .Selbst seriöse Zeitungen beteiligten sich an dem Wahnwitz dieser nicht glaubwürdig erscheinenden Geschichten.
Der Frosch fand sich in zum Teil wahrhaft ekelhaften Abbildungen, tot, zerlegt, dämonisch auf Weihnachts-Grußpostkarten.
Irre?
Die BBC meint in einem 2015 erschienen Artikel zu Letzterem : Nein, das war nur eine andere Form des Humors!
Umbruchstimmung damals wie heute, die Gier nach Extremen….Polemik….Hass….
Wirklich?
Ist kein Platz mehr für zurückhaltende Normalität?
Was ist Qualitätsjournalismus ?
.…ein unabdingbarer Garant für Bildung!
Was ist öffentlich-rechtliche Berichterstattung ?
….eine der wichtigen Säulen der Demokratie!
Und …es gibt noch viel zu entdecken in der Rolle des Frosches…....

La Grave/la Meije…. Mythos…? … eine kleine Geschichte…

…wir sind spät dran, es ist seit Grenoble dunkel, das Navi sagt immer noch , daß wir auf eine Vollsperrung zu fahren und dringend auf die 3 Stunden längere Umleitung abbiegen sollen. Vertrauend auf die Email unserer via Internet gebuchten Unterkunft ,taste ich mich über die engen, schneefreien Passstraßen langsam voran. Irgendwann jedoch merke ich , daß ich fast in Les Deux Alps bin.

“ Mist, jetzt habe ich doch irgendwo die Abzweigung auf die vielbeschriebene , mir mehrfach vom Tourismusbüro und von der Unterkunft angekündigte Route de secours verpaßt.“

“ Vielleicht war es doch die unbeleuchtete steile Einfahrt nach links unten. „

Noch einmal daran vorbeigefahren, habe ich die, für mich abenteuerlichste Straße seit langem gefunden. Gerade so zweispurig, meist jedoch zu eng, ständig mit großen Warnschildern versehen, die vor Gefahr von oben, wie vor Gefahren nach unten warnen, schlängelt sich die Straße in mittiger Höhe an einem überaus steilen, porös-steinigen Bergabhang entlang, der über einem im Dunkeln lauerndem See thront. Jedesmal, wenn mir ein Auto entgegenkommt, bin ich heilfroh auf der Berginnenseite zu fahren und denke schon über einen anderen Rückweg nach, als ich mich endlich auf der ursprünglichen Nationalstraße wiederfinde.

Die „Pays des Ecrins“ begrüßen mich, nach einer kurzen Verschnaufpause sind die paar  restlichen Kilometer nach  La Grave schnell geschafft.

Der Ort erscheint ruhig in typisch französischem Straßenlicht, nur wenige Häuser sind beleuchtet. Es ist 2 Tage vor Sylvester und es gibt keinen Schnee.

Nachdem wir endlich unser im Dunkeln liegendes Gîte, bzw. den Eingang, gefunden haben, machen wir uns zu Fuß auf in den, aus vielen Geschichten von Freunden beschriebenen, mystischen Ort.

Es ist 19.00 Uhr und keine Menschenseele unterwegs, ein paar Läden sind beleuchtet, in der Auslage Powderlatten, Safety Equipment, Bekleidung. Einige Läden sind dunkel, die Bars der Hotels sind leer, nicht wenige Restaurants befinden sich scheinbar im Winterschlaf. Erst in der Mitte des, goldgelb in der Nacht leuchtenden Ortes tut sich etwas. In dem einzigen Lebensmittel- und Andenkenladen gehen ein paar Menschen ein und aus.

Zurück in unserem Gîte sind wir nach einem typisch französischem und ebenso typisch hervorragendem Abendessen, gespannt auf den morgigen Tag,  der zwar immer noch keinen Schnee, dafür aber viel Sonne verspricht und legen uns in unsere, sehr in die Jahre gekommenen Etagenbetten.

Der Morgen beginnt vielversprechend mit Kälte und Sonnenschein.

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La Meije könnte beeindruckender nicht sein, friedlich in der Sonne liegend, zieht sie uns nahezu magisch in der Téléferique, die einem Industriedenkmal gleicht, nach oben.

Die markante in den Farben weiß, gelb, gelborange,orange, rot leuchtende Fünfergondel ächzt und erzählt leise ihre Erlebnisse der letzten 40 Jahre.

Der Wind pfeift durch die nicht mehr ganz schließenden Türen.

Immer wieder bleibt die Gondel stehen, als wolle sie auf die faszinierende, in ihrer nahezu unberührten Pracht dargebotene Natur aufmerksam machen.

Zeit gewinnt eine andere Dimension.

Fest im Glauben man könnte nicht noch mehr beeindruckt werden, als von dieser fast 40 minütigen Fahrt, werde ich beim Öffnen der Tür der oberen Liftstation von der Sonne so geblendet, daß mein Auge eine Weile braucht, um die Bilder dieser unglaubliche Schönheit, die strahlende Magie dieses Bergpanoramas an das Gehirn weiterzuleiten. Ein Traumtag auf dem Glacier de Girose. Ich kann mich gar nicht sattsehen, an den Gletscherspalten, dem Eis, dem imposanten Gletscher.

Bier,Tarte aux Myrtilles und Chocolat chaud sind zum Abschluß des Tages im Genuß nicht zu beschreiben. Auf der sonnigen Holzterasse des Gipfel-Restaurants auf 3600 Metern Höhe,  hänge ich, gefangen in der Magie der majestätischen Gipfel, dem Tag träumend nach.

„Ein atemberaubender Traum in seiner ganzen Schönheit, bei Tiefschnee mit dem Snowboard oder den Ski durch diese wilde Magie schwebend über 2200 Höhenmeter wieder nach La Grave einzutauchen.“

Mangels Schnee begebe ich mich, zufrieden allein mit diesen Gedanken,  in die Liftstation, um mit der inzwischen von mir heißgeliebten Gondel wieder nach La Grave zu fahren.

„Quand il neige sur la Meije,…..“

singen alle Gäste, Einheimische und Touristen, des“Soirée tropical“, einer skurillen, pure Lebensfreude ausstrahlenden Sylvester-Feier im Gemeindehaus, bevor um Mitternacht draußen auf dem großen Platz gegenüber von La Meije in aller Stille Himmelslaternen angezündet,  mit vielen unterschiedlichen Wünschen in die sternenklaren Nacht aufsteigen und

die magische Bergwelt rund um La Grave, das mystische Paradies, zum Leuchten bringen.

….“Quand il neige sur la Meije , les glaciers sont au paradis.“

….“Wenn es auf der Meije schneit, sind die Gletscher im Paradies.“

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alle fotos copyright 2016 www.schneestar.com

„Woodstock of Snowboarding“ am Arlberg – DIE „FLIPPIGE WELLE“ RAUSCHT INS TAL –

Es ist ein strahlender Aprilmorgen am Albonagrat, oberhalb von Stuben am Arlberg in Österreich. Die Berge begrüssen den neuen Tag schon früh mit einem zart rosa Glühen,welches sich jetzt in einen wahren Lichterfluss verwandelt. Das atemberaubende Panorama ist in Szene gesetzt. Die Schneekristalle funkeln gleichsam Diamanten in der schon warmen Frühlingssonne. Ich schwebe mit vielen anderen Snowboardern dem Gipfel entgegen. Wie ein grell bunter Wurm stapfen wir durch den weißen Schnee zum Startplatz. Schrill strahlen die neon bunten 80-er Jahre Outfits der FahrerInnen vor der majestätischen Kulisse.
Ein Startkommando durchbricht meine Träume und die hinter Nebel und Schneefall lauernde, sagenhafte Bergidylle. Der Wettergott meinte es dieses Jahr nicht gut mit den Veranstaltern , das hatte aber keinerlei Auswirkungen auf die Begeisterung aller Mitwirkenden.
Über 400 Soulsurfer laufen ,aufgeteilt nach den Kategorien,LBC Masters,Old School und No School, gleichzeitig los. Unter Gelächter und Gegröle, wild fuchtelnd mit ihren Sportgeräten unter dem Arm, geht es auf die Kuppe ,auf der hektisch angeschnallt wird. Schon rauscht die flippige Welle auf der Rennstrecke von dem wegen Nebel ,vom Albonagrat auf die Mittelstation, verlegten Start in das unten liegende Ziel im Dorf Stuben.
Das „Woodstock of Snowboarding“ ist hier . Eine ganze Historie des Snowboardens stürzt sich durch den Nebel und weichen Schnee hinab ins Tal , manche Boards sehen tatsächlich aus, als seien sie der Großmutter beim Bügeln entwendet worden, andere machen mich dankbar , daß die Entwicklung der Bretter schon auf dem heutigen Stand ist. Eine große Schneebrett Familie , die vom 65 jährigen Snowboardveteran bis zum süßen 5-järigen Snowboardkid, von hochkarätigen Snowboardpionieren und aktuellen Profis bis zum absoluten Amateur nur eins im Sinn hat, Snowboarden, Fun und Rock n´Roll. Spektakuläre Stürze und die Überflüge des ersten deutschen FWT(Freeride World Tour) Fahrers, Johannes Schnitzer, des Allgäuers Matthias Jorda und des Old Schoolers Jakob Maximi prägen das Rennen. Auch bei den Mädels ist es nicht langweilig, die Münchnerin Petra Schwarz ,die Österreicherin Liz Kristoferitsch und Happy Stepp aus Kanada rocken die Albona.
Aber es geht hier eigentlich nicht um die schnellste Zeit, hier zählt vor allem der gemeinsame Spirit.
So gestaltet sich dann nach dem gemeinsamen Mittagessen auch die Siegerehrung. Die Gewinner erwartet der Respekt der Boardgemeinde, eine Bulldogge als Pokal . Zu Beginn der Siegerehrung stellt der Moderator Chris in einem fast magischen Moment die Zukunft des Snowboardens vor. Fast 15 Kids im Alter von 5-13 Jahren, die ebenso alle die anspruchsvolle Strecke bewältigt haben. Die echte Begeisterung aller Anwesenden,ehemalige und aktuelle Snowboardprofis schießen wie viele andere zur Erinnerung ein Handyfoto von den Kids, macht mich fast sentimental.
Spätestens jetzt versteht man, warum sich Snowboarden nie einfach in irgendeine Ski-Schublade stecken lassen wollte, aus den Schuhen einer Jugend-oder Subkultur längst entwachsen ,ist klar: Snowboarden ist Kultur. Es gibt keine andere Sportart, die sich so zelebriert .

Nach einem  filmischen Ausflug in die Snowbard Historie am Abend feiert die Snowboard Community  bis tief in die Nacht gemäß dem Motto des Veranstalters Paul Gruber

„…keeping the woodstock of snowboarding alive“

und  trägt ihn beim Stage Diving, nicht nur sprichwörtlich ,auf Händen.
Der Einladung des Veranstalters ,Schweizer Snowboardpioniers und Begründer der ersten europäischen Snowboardmarke CRAZY BANANA, Paul Gruber folgt die internationale Snowboard Prominenz jedes Jahr zahlreich.

Unter ihnen war in den vergangenen 15 Jahren alles , was im Snowboard Business Rang und Namen hat, Goldmedaillen Gewinner, Olympia Teilnehmer,Weltmeister und wahrhaftige Snowboardlegenden wie 2014 der 65-jährige Californier Chuck Barfoot, einer der vier Erfinder des Snowboards. Chuck baute in Amerika zunächst mit seinem ,2013 verstorbenen, Freund Tom Sims ,Snowboards, bevor er seine eigene Snowboardmarke“ Barfoot Snowboards“ gründete. Der 65- jährige, der noch nie zuvor in Europa war und ohne Unterbrechung von Fans belagert wurde, zeigte sich begeistert von diesem authentischen Snowboardevent ,

„snowboarding is life“ – „Ich bin beeindruckt von dem anspruchsvollen Gelände und von der Atmosphäre, hier merkt man das Snowboarden LEBEN ist.“

Mit dem mehrfachen Snowboard Weltmeister und Halfpipe Spezialisten Mike Jacoby aus Oregon war im letzten Jahr eine weitere hochkarätige amerikanische Legende am Start. Der 44-Jährige ehemalige Burton Profi, der den weiten Weg extra für diese Veranstaltung auf sich nahm, erinnerte sich angesichts der historischen Atmosphäre ,an seine Snowboardanfänge :

Ein Augenblick , den ich niemals vergessen werde. Es war wie ein Traum , das Schweben im Powder. Ich wollte immer nur Surfen und da begann es. Ich liebe es. Ich habe mir ein eigenes Snowboard gebaut und ging damit in den Tiefschnee , als ich die ersten Turns fuhr , war es anders als beim Surfen , aber toll . Ich fuhr aber ziemlich schnell auf einen Baumstumpf und das Board brach. Die Versuche ,mir selbst ein Board zu bauen , habe ich dann aufgegeben, aber meine Eltern haben mir ein neues Burton Board gekauft. Von da an war ich nicht mehr von dem Brett herunter zu bringen.“

Die „ Longboard Classic“ wartete  auch dieses Jahr mit legendären Gästen auf, unter anderem den Pogo-Jungs Martin Sammet & Jogi März ,dem Franzosen Serge Dupraz und dem deutschen Snowboard Urgestein , Peter Bauer..
Für die über 400 Boarder ,die jährlich zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung pilgern, ist schon jetzt der 9. April 2016 ein fester Termin im Kalender , wenn es in dem kleinen Ort Stuben am Arlberg wieder Zeit ist für
„SNOWBOARDING, PEACE AND MUSIC“.

mehr fotos: https://flic.kr/s/aHsk9QoqeZ    www.longboardclassic.com